VDO GP7 Testbericht

VDO GP7 – Liebe auf den zweiten Blick…

(ein Testbericht über das routingfähige Outdoor Navigationssystem VDO GP7)


Inbetriebnahme:

 

Nach dem Auspacken des Navigations Gerätes und dem Einlegen der micro SD Karte und des Accus steht man zuerst vor dem Problem, wo ist der Einschalter? Die drei Druckknöpfe schalten das Gerät jedenfalls nicht ein. Erster Gedanke: der Accu ist leer! Also schnell das mitgelieferte Ladegerät angesteckt, doch nichts tut sich. Kein Lämpchen oder sonst irgend ein Hinweis zeigt an, ob das Gerät nun geladen wird, oder nicht. Also doch zuerst die Kurzbedienungsanleitung durchlesen. Aha, hier steht es: die mittlere Taste ca. 5 Sec. gedrückt halten – und “schon” startet das Gerät.

 

Erste Ausfahrt:

 

Die Bedienung des Gerätes ist dann (zuerst) doch weitgehend selbsterklärend und der Touchscreen ist gut bedienbar. Also schnell auf der Karte ein paar Zwischenpunkte markiert, die Navigation berechnen lassen und los geht´s. Ach ja, zuvor noch schnell die Fahrradhalterung auf den MTB Lenkervorbau montieren (geht wirklich easy mit zwei Kabelbindern und sitzt absolut fest).

Die Sateliten sind relativ schnell gefunden (ca. 1 Min.) und schon sagt eine Stimme: “rechts abbiegen”. Naja, rechts geht es hier nicht, also schlage ich den Weg ein, den ich auch als Route berechnen ließ. Schnell zeigt sich auf dem Display ein grüner Pfeil (das bin ich) und vor mir eine Karte mit vielen schwarzen Wegen. Nicht gerade übersichtlich, finde ich im ersten Moment. Dann lasse ich mich navigieren – rechts, links usw. – bis zum ersten Zwischenziel. Am ersten Zwischenziel vorbei (zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass das Gerät ansagt, wenn der Punkt erreicht wurde) und schon routet mich das Gerät zurück, obwohl ich mich immer noch genau auf der angezeigten Route befinde.  Wenn ein Zwischenziel nicht erkannt wurde (weil es z.B. ungenau angegeben wurde), so wird der Punkt logischerweise solange angeroutet, bis man entweder das Zwischenziel erreicht oder den Button “Zwischenziel auslassen” drückt.

 

Tipp:

Die Zwischenziele so genau wählen, dass diese genau auf einer zu fahrenden Straße liegen (erkennt man daran, dass ein Teil der Straße beim markieren grün wird) – dann werden die Zwischenziele auch beim Vorbeifahren sicher erkannt.

 

Geschwindigkeits- und Herzfrequenz Sensor:

 

Wirklich gelungen sind die ANT+ Sensoren, die sofort automatisch vom GP7 erkannt werden. Absolut zuverlässige Datenübertragung, auch unter Hochspannungsleitungen.

 

Routen navigieren oder Tracks nachfahren?

 

Wer eine ganz bestimmte Tour fahren will, sollte diesen unbedingt als Track nachfahren (und nicht als Route mit jeder Menge Zwischenzielen). Wer dagegen nur zur nächsten Ortschaft kommen will, weil er sich mal wieder im Wald verfahren hart, kann auf die Navigationsmöglichkeiten des GP7 absolut vertrauen. Wer allerdings die kürzeste mit dem MTB befahrbare Strecke sucht, steht vor dem Problem, welches Verkehrsmittel für die Berechnung gewählt werden soll. Leider ist die Software so “korrekt”, dass beim “Fahrrad”, ausgezeichnete Fußgängerwege absolut nicht routet – auch wenn man nur 30 m über eine Fußgängerbrücke schieben müsste und dafür 20 km Umweg in Kauf nehmen muss.

Die Verkehrsmittel sind allerdings nicht im GP7 angelegt, sondern bei den Karten hinterlegt. Die Österreich und Italien Karte haben ein zusätzliches Verkehrsmittel “Mountainbike”.

 

Die Karten:

 

Die routingfähigen Karten enthalten so ziemlich jeden auch noch so kleinen Weg, den man als Mountainbiker braucht. Leider sind auch viele Wege eingezeichnet, die längst verfallen sind. Optisch sind die Karten durch die Farbwahl der Wege etwas gewöhnungsbedürftig, trotzdem kommt man während der Fahrt gut damit zurecht.

Wenn man lieber nach einer Kompass Karte oder mit irgendeiner anderen Karte navigiert, so kann man ein Bild dieser Karte über die interne Karte legen. Wenn man allerdings eine Karte ohne Koordinatenlinien benützt, kann das Kalibrieren der Karte zum Geduldsspiel werden. Dies liegt vor allem daran, dass alle Karten untereinander doch relativ stark abweichen. So braucht man zum Kalibrieren der Karte 3 Punkte, die auf beiden Karten möglichst die gleichen Koordinaten haben sollten. Leider sind auch Straßen- und Wegabzweigungen nicht auf jeder Karte gleich abgebildet. Ist die Karte dann aber kalibriert, so fuktioniert es perfekt und man kann nach jeder beliebigen Karte seine Route nachfahren. Ein schönes Feature ist, dass man einzelne Kartenlayer (z.B.: Mountainbikewege) aus der Grundkarte über die aktuelle Karte einblenden kann und so die verwendete Rasterkarte ergänzt.

 

Die Software am PC:

 

Eine der größten Mägel des Gerätes ist die mitgelieferte Software. Damit kann man zwar Routen Planen, Karten rastern und Tracks vom und zum Geräat übertragen, aber das war´s auch schon. Es gibt keine vernünftige Auswertung der gefahrenen Route, keine Statistik über die Touren und alles was man sonst von derartiger Software gewöhnt ist. Um seine Touren vernünftig am PC auswerten zu können ist die optional erhältliche Software PC Sport (45.-€) notwendig.

 

Sensorik:

 

Perfekt!

Absolut Klasse ist der Navigationssensor. Dieser hat sowohl im dichten Laubwald noch sehr guten Empfang und zeichnet die Position absolut genau auf. Im Vergleich mit aufgezeichneten und nachgefahrenen Tracks aus dem Internet, liegt der GP7 deutlich genauer auf dem eingezeichneten Weg der Karte.


2 Gedanken zu „VDO GP7 Testbericht

  1. wrzdlprmpft

    Guter, obejektiver Bericht!

    hat sich alles mehr oder weniger bestätigt.

    zum Kalibrieren der Rasterkarten kann man auch von Google Earth kalibrierte .kmz Dateien verwenden – das macht das Kalibrieren deutlich einfacher.

    Das mit den “längst verfallenen Wegen” stimmt leider und macht das Navigieren teilweise etwas problematisch – da müssten die Karten mal auf den neuesten Stand gebracht werden – ansonsten ist das Gerät ja wirklich super!

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