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Herzogstand – Pionierweg

Kochel am See – Herzogstand – Pionierweg – Kochel
Tourendaten: 29 km, ca. 1400 Hm
Hier der GPX-Download: Herzogstand.gpx

Walchensee

 

Selten gibt es so viele unterschiedliche Aussagen über einen Trail, wie über den Pionierweg am Herzogstand. Die einen sagen „Bester Trail in der Gegend“, andere „nicht fahrbar“ und wieder andere „gefährliche Abfahrt“ usw. Deshalb wollte ich es selbst ausprobieren. Aber schön der Reihe nach…
Von Kochel aus geht es auf breiten Forststraßen im Wald zuerst gemütlich und dann zum Teil sehr steil (drei Rampen mit bis zu 30 %) hoch. Erst wenn man ca. 100 Hm über dem Walchensee ist, wird es wieder eine „angenehme“ Forststraßensteigung.
Am Herzogstand Haus angekommen, sollte man die 150Hm zu Fuß nicht scheuen, um bis zum Gipfel des Herzogstandes zu gehen (MTB Verbot, Fahrradschloss nicht vergessen). Die Aussicht auf den Walchensee ist genial.
Nach einer Stärkung auf der Terrasse des Herzogstand Hauses geht es zur Abfahrt erstmal die Forststraße bergab. Wie auf der Karte ersichtlich kann man hier schon mal ein kleines Stück über einen Trail abkürzen – sehr lohnend aber kurz (S1).

Pionierweg
Wieder auf der Forststraße fährt man bis zur Abzweigung (bei Bank) des Pionierweges. Zuerst ein kleiner wurzeliger Pfad am Waldrand, der bergauf und bergab sich dann endgültig für „bergab“ entscheidet. Danach wird der Waldhang, den der Pionierweg mit weiten Serpentinen durchsetzt immer steiler. Das Fahren des Weges stellt daher weniger eine technische Schwierigkeit dar, als mehr eine Mutprobe, da der Weg zum Teil sehr ausgesetzt ist und teilweise am Hang weggerutscht ist. Durchsetzt ist der Weg mit zum Teil kleinen Gegenanstiegen die man am besten „Bike tragend“ meistert. Leider waren die Felsen und Wurzeln bei mir noch sehr nass, so dass bei einigen Spitzkehren das Vorderrad keinen optimalen Halt zum Versetzen des Hinterrades fand. Bis auf 3-4 Spitzkehren (S3) und einer ausgesetzten Bachquerung, bei der der Weg davor abgerutscht war, ist die objektive Schwierigkeit ziemlich durchgehend S2. Allerdings sollte man diese Schwierigkeit wegen der Steilheit und Ausgesetztheit des Geländes auch wirklich beherrschen, damit es nicht zu gefährlich wird. Außerdem wird man sonst keinen Spaß an diesem Trail finden.

Wieder auf der Forststraße angekommen geht es zuerst bergab und dann über einen steilen Gegenanstieg (ca. 200Hm) wieder zurück zur Aufstiegsroute und runter nach Kochel am See.

Fazit:
Die gesamte Tour zum Herzogstand ist sicherlich sehr lohnend – wer aber nur wegen des relativ kurzen Pionierweges die Runde fährt kommt „trailmäßig“ nicht auf seine Kosten – hier gibt es sicherlich Touren mit mehr Trailanteil. Wenn der Weg – wie bei meiner Abfahrt – nass ist (trocknet langsam, da er im Wald und nordseitig ist), wird es schnell gefährlich doch mal den steilen Hang hinunter zu rutschen.

Höhenprofil:

herzogstand_hoehe

Mühlgraben – Trail

eine Variante zur Hirschensteinrunde


Download GPX Track:

Mühlgraben-Trail.gpx


diese Variante geht vom Predigtstuhl nicht zum Hirschenstein, sondern zweigt auf die Ödwies ab um dort dem Mühlgraben zu folgen. Zuerst noch ein wenig gesucht neben der Forststraße (wobei vermutlich der Mühlgraben vor der Forststraße gebaut wurde), schlängelt sich der Trail dann idyllisch neben dem Mühlbach entlang.

Der Trail ist sehr flowing angelegt, obgleich sich zum „dynamischen“ Fahren die vielen Wanderer am Wochenende ganz schön störend auswirken.

Anmerkung: Um keine Missverständnisses aufkommen zu lassen – ich habe absolut nichts gegen Wanderer, an denen ich in angemessenem Tempo vorbeifahren kann, ohne beschimpft zu werden. Der Mühlbach Trail ist als Single Trail eben nur einspurig und sollte daher nicht unbedingt an einem schönen Wochenende befahren werden.

Wie fast alle Wege rund um den Hirschenstein, so führt auch der Mühlgraben am „Schuhfleck“ vorbei. Normalerweise endet hier fast jede Tour, da man mit dem Bike in ein paar Minuten in Grandsberg zurück ist. Der Mühlgraben Trail aber geht hier noch weiter und es kommen sogar die schönsten Passagen des ganzen Weges. Endlich steiler bergab (und hier auch ohne Wanderer…) kann man es richtig laufen lassen. Doch dann kommt ein abruptes Ende und es geht (wie gedanklich bei der Abfahrt schon befürchtet) im rechten Winkel weg vom Bach und sehr steil bergauf. Nach diesem grob-blöckigem Wurzelweg, der bis 20% steil ist (gerade noch fahrbar!), geht es über einen kurzen Abfahrtstrail direkt zum Parkplatz in Grandsberg.

Urteil: Der Mühlgraben Trail ist als Variante mal ganz nett zu fahren, lohnt sich aber nicht als eigenständige Tour. In der vorgestellten Kombination mit Knogel, Pröller und Predigtstuhl ist es eine schöne Tour, deren kräfteraubender Endanstieg nicht wirklich zum Charakter der restlichen Tour passt.